Freitag, 28. Mai 2010

Weihnachten, Waldbrand & Goldgräber

Fairbanks, North Pole & Top of the World HWY

27. bis 28. Mai 2010

Der Bummel durch Fairbanks ist leider nicht so ergiebig, die Stadt ist sehr klein, bis auf eine kleine, parkähnliche Anlage im Zentrum wirkt sie eher heruntergekommen.
Auf dem Weg nach Süden halten wir am Nordpol und besuchen Santa Claus...
In seinem "Wohnort", North Pole, ist alles das ganze Jahr über auf Weihnachten eingestellt - selbst die Strassenlaternen sehen aus wie Zuckerstangen!


Die Sonne brennt heute, 26° hätten wir jetzt eher nicht in Alaska erwartet...


In Delta Junction erreichen wir das Ende bzw. den Anfang des Alaska HWY, den Milestone 1422. Im Visitor Centre (wo wir natürlich die berühmte Urkunde erstehen) wird über einen Waldbrand in der Nähe von Tok gesprochen, der HWY sei jedoch offen.

Am Horizont wird es immer diesiger, eine riesige Dunstglocke hängt über dem Tal, man kann den Brandgeruch deutlich riechen.

Dann ist bei einer Rest Area etwa 30 km vor Tok Ende - die Strasse ist gesperrt.


Wir gesellen uns zu den anderen Fahrzeugen, die bereits auf der Rest Area parken und kommen mit einigen Leuten ins Gespräch. Nach einer Weile (wir haben uns schon gedanklich auf eine Übernachtung in diesem illustren Kreis eingestellt) bekommen wir die Ansage, man wolle uns bis zum nächsten Campground am Moose Lake bringen, da es da für uns komfortabler sei. Also machen sich die mittlerweile etwa 30 Fahrzeuge im Konvoy auf den Weg...


..aufgrund der Lage am Moose Lake entscheiden die State Trooper jedoch, uns noch weitere 20km zu eskortieren, direkt bis nach Tok.

Von hier nehmen wir dann am nächsten Morgen den Top of the World HWY; es geht zurück in den Yukon.

Der HWY ist kaum befahren, der Blick geht in ewig weite Landschaften. Hier oben ist die Landschaft ganz anders als im Süden Alaskas, eher hügelig, mit dem HWY als helles Band inmitten der Wälder und auf den Hügeln. In Chicken (bestehend aus einem Haus und einer Tankstelle) werden wir unsere letzten US-Dollars los, bevor sich dahinter der HWY als noch engeres Schotterband holprig weiter nach oben windet.
Der Top of the World HWY führt auf dem Kamm der Bergkuppen in Richtung Dawson City. Dann noch mit der Fähre übersetzen - und wir sind der legendären Goldgräberstadt!

Die Stadt selbst ist wie ein lebendes Museum, alles sieht aus wie zur Goldgräberzeit, als reise man zurück in den Wilden Westen. Ein Grossteil der Häuser ist sogar noch original. Es ist recht gemütlich hier, aber zur Hauptsaison ist es sicherlich mit Touristen völlig überlaufen.









Mittwoch, 26. Mai 2010

Besuch beim Grossen

Anchorage, Denali National Park

25. bis 26. Mai 2010

Wir übernachten auf einer Parkbucht am Richardson HWY, von der wir einen wundervollen Blick auf die Wrangell/St. Elias Mountains haben...
Weiter geht´s auf dem Richardson HWY, erst nach Norden, ab Glenallen nach Westen. Im Reiseführer wird die Strecke als Geheimtipp genannt, mit schönen Aussichten...

Anchorage ist mit etwa 260.000 Einwohnern die grösste Stadt Alaskas - und wirklich auch die einzige STADT, die uns während unserer Tour begegnet. Es ist sehr schön hier, gemütlich, sauber, es erinnert uns an Vancouver.

Im Grossraum Anchorage ist der Verkehr noch sehr dicht, aber ab Wasilla wird der HWY wieder einspurig, der Verkehr weniger und die Landschaft wieder unbewohnter. Etwa ab Willow ist der Mt McKinley immer wieder mal vom HWY aus sichtbar. Wir haben Glück, heute ist er sogar wolkenlos, was - so die Berichte - eher selten vorkommt, denn als höchster Berg Nordamerikas hält sein Massiv die aus Westen heranziehenden Wolken auf.


Am Denali Sout View können wir dann einen ausgiebigen Fotostopp bei strahlendem Sonnenschein und 22° einlegen...
Weiter nördlich sieht man den Denali von der Strasse kaum noch und später gar nicht mehr, auch ziehen immer mehr Wolken um ihn herum, so dass er verborgen bleibt. Der HWY selbst führt über eine Hochebene, bei Summit ist der Fluss neben dem HWY sogar noch gefroren.


Die Dimensionen sind kaum zu fassen, wir haben schon an die 200 bis 300 km abgespult, sind aber noch immer nicht am Eingang des Parks angekommen.


Endlich erreichen wir den Parkeingang.



Im Visitor and Interpretive Centre schauen wir uns den Film über den Denali National Park an - wunderschöne Aufnahmen und sehr informativ. Aber der eigentliche Hammer ist die Ausstellung im Visitor Centre! Sie liefert einen super Einblick in die Tierwelt und die Jahreszeiten im Denali National Park und ist ganz hervorragend gemacht.

Wir finden eine Rest Area nördlich von Healy, auf der wir es uns bequem machen und zu Abend essen. Allerdings wird es immer windiger, in der Ferne sehen wir dunkle Gewitterwolken. Da wir hier sehr exponiert stehen, könnte das leicht unangenehm werden, also fahren wir gegen 19:00 weiter... bis wir endlich in Fairbanks am Chena River einen Campground aufsuchen...













Montag, 24. Mai 2010

Gletscher, Öl & Meer

Kluane National Part, Valdez

22. bis 24. Mai 2010



Um 9:00 gehts los, wir steigen in die kleine Cessna 205 von 1968 (ein bisschen mulmig wird einem dabei schon...) und nach einigen Sicherheitseinweisungen macht sich das Gefährt mit uns auf zum Kaskawulsh Glacier. Von oben kann man zum ersten Mal die gigantischen Ausmasse ein bisschen erahnen. Der Flug ist ganz ruhig, der Blick über die majestätischen Gipfel atemberaubend...

Der Alaska HWY führt über ewig lange Km am Kluane Lake vorbei, der grösstenteils sogar noch gefroren ist. Der HWY selbst liegt wie in einem weiten Tal, mit den Bergen im Hintergrund. Ab dem Kluane River wird die Landschaft grüner, vorher müssen wir allerdings durch ein altes Waldbrandgebiet bei Burwash Landing.
In der Nähe von Kiodem (ein echtes Geisterdorf aus 2 Häusern) stehen 2 Elche am Strassenrand und lassen sich so gar nicht von uns stören..

Auf dem Weg nach Valdez begleitet uns strahlender Sonnenschein, neben dem HWY sieht man immer wieder die Alaska-Pipeline und ihre Pumpstationen (die wie ein Hochsicherheitstrakt umzäunt sind).

Am Thompson Pass erwarten uns grandiose Aussichten, es liegt noch dichter Schnee. Beim Blick auf den Worthington Glacier fühlt man sich fast wie im Winterulaub. Sonnenschein, 6° - Kaiserwetter :-)
Valdez liegt wunderschön direkt am Meer, dahinter die schneebedeckten Berge.
Die Grösse ist etwa vergleichbar mit Skagway, aber industrieller. Da hier der Endpunkt der Alaskapipeline ist, ist alles auf Öl eingestellt und riesige Öltanker ankern in der Bucht.
Nachdem wir unsere Tickets für die Ausflugstour in den Prince William Sound gekauft haben, machen wir uns auf die Suche nach einen Campground - leider ist einer hässlicher als der andere. Lediglich der Alison Point Campground gefällt uns... was man das so Campground nennen kann, denn es handelt sich nur um langezogene Parkbuchten direkt am Wasser. Durch die Lage gegenüber von Valdez, auf der anderen Seite der Bucht, haben wir jedoch einen umwerfenden Ausblick und totales Abenteuerfeeling.

Zu allem Glück besucht uns auch noch ein Blue Jay!

Prince William Sound

Schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen begegnet uns der erste Seeotter, später treffen wir auf eine ganz Gruppe.
Auf der Fahrt zur Glacier Island und die Columbia Bay begegnen uns nicht nur viele Weisskopfseeadler (die sind hier wirklich allgegenwärtig), wir sehen auch Delfine, Puffins oder Seelöwen.


Doch das absolute Highlight ist die Begegnung mit zwei Buckelwalen. Das Boot hält sich fast eine Stunde in ihrer Nähe auf, so dass wir ausgiebig Fotos machen können.





Freitag, 21. Mai 2010

..einmal Alaska und zurück..

Skagway, Haines Junction

19. bis 21. Mai



Kaum in Kanada, verlassen wir es auch schon wieder, wir folgen dem Alaska und dann dem Klondike HWY südwärts nach Skagway, vorbei am Emerald Lake, der trotz Wolken und leichtem Regen leuchtet und eine kleine Idee bei uns hinterlässt, wie schön es hier erst bei Sonne sein muss...


In Carcross ist die White Pass Line noch "closed for the season", nur der kleine Gift Shop hat auf. Carcross selbst ist nicht wirklich aufregend, aber dass es hier eine kleine Wüste gibt, überrascht einen dann schon sehr.


Wir erreichen Skagway bei sonnigen 13°. Wir suchen uns zuerst einen Campground, der Pullen Creek RV Park liegt direkt an der Waterfront, mit Blick auf die hier einlaufenden Ozeandampfer. Leider ist der Verwalter nicht da, also suchen wir uns eine Site, setzen uns ein bisschen in die Sonne und warten auf ihn. Plötzlich erregt eine Bewegung über uns unsere Aufmerksamkeit: unser erster Weisskopfseeadler!


Skagway selbst ist sehr süss, eine richtige Westernstadt, sehr touristisch. Auf der Hauptstrasse, dem Broadway, reiht sich ein Juwelier an den nächsten, so dass die Massen von Kreuzfahrttouristen, die hier täglich ankommen, für eine andere Art des Gold Rush sorgen können...

Viel gibt es nicht zu sehen in Skagway, daher fahren wir nach Dyea auf der anderen Seite des Inlet. Neben dem Startpunkt des Chilkoot Trails (der Weg, den die Goldgräber über die Berge nahmen), gibt es hier Überreste eines Dorfes aus dieser Zeit. Dies erweist sich alerdings als Lehrwanderpfad durch den Wald, den wir uns getrost schenken. Auf dem Weg zurück machen wir einige Fotostopps, als über uns ein junger Weisskopfseeadler aufgeschreckt wird.

Am Scenic View oberhalb von Skagway machen wir eine längere Pause und geniessen die Aussicht - ein Squirrel leistet uns Gesellschaft und macht sich mit grossem Enthusiasmus über die Krekskrümel her...

Nach zwei Tagen in Alaska geht es heute zurück in den Yukon. Mit der Fähre geht es zuerst nach Haines, dann immer die Haines Road entlang nach Norden. Im Vorfeld schon wurde uns die Haines Road als optimal für Tierbeobachtungen geschildert - und schon kurz hinter Haines treffen wir auf unseren ersten Elch.


Mit jedem km nach Norden lockert sich die Bewölkung und es wird sonniger. So können wir auch die vielen wunderschönen Ausblicke auf die Landschaft um uns herum geniessen... Hinter jeder Biegung des HWY ergibt sich ein neues Postkartenmotiv - der HWY umrandet mit leuchtendem Löwenzahn, im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel, alles ist einfach nur riesig weit und beeindruckend.


Haines Junction, unser Ziel für heute, besteht aus einer Kreuzung von 2 HWY´s und etwa 20 Häusern. Nach einem Besuch im Visitor Centre suchen wir einen Stellplatz und rufen Sifton Air an, um für morgen einen Flug über den Kluane National Park zu buchen.

Dienstag, 18. Mai 2010

Auf in den hohen Norden

Yukon & Alaska

Whitehorse

18. Mai 2010



Schon vor unserem La Palma-Urlaub hatten wir die nächste Kanada-Tour bei SK Touristik gebucht... diesmal wollten wir in den hohen Norden, in den Yukon und nach Alaska.


Am Ende waren es 6540 km Wildnis und Freiheit...
Die Weite und Endlosigkeit, die man "dort oben" erfährt, überrollt und erschlägt einen... Die Einsamkeit gibt einem Gelegenheit, wieder zu sich zu finden und Prioritäten neu zu ordnen, sozusagen eine Reise "back to the roots".
Kurz: es ist der Hammer!


18. Mai 2010

Über Frankfurt geht es nach Whitehorse - der Airport besteht aus zwei Landebahnen und einer Halle. Da ist ja fast unser Truck Camper grösser ;-) -
ein Dodge RAM 3500 mit Slide-out!! Was für ein Teil!


Nach dem ersten Supermarktbesuch beziehen wir unser erstes Quartier vor der Stadtgrenze.